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Vortrag

Ein interdisziplinärer Ansatz zur intelligenten FVK Welle

Mittwoch (21.06.2017)
10:00 - 10:20 Uhr
Bestandteil von:


Die Zustandsüberwachung von tragenden Strukturen im Betrieb (Structural Health Monitoring – SHM) nimmt im Sinne des fortschreitenden Leichtbaus eine immer entscheidendere Rolle an. Ein erfolgreiches SHM besteht dabei aus deutlich mehr als nur aus Sensorik, die an die Struktur appliziert wird. Die erzeugten Daten müssen übertragen, verarbeitet und bewertet werden. Es werden zusätzlich Energiekonzepte und eine Stromversorgung benötigt. Je nach Anwendungsfall kann der Bedarf nach einem Energy-Harvesting-Konzept bestehen. Zudem ist es von entscheidender Bedeutung, welche Messgrößen erfasst werden. So ist zum Beispiel die Dehnung nahe der Rissspitze zwar eine naheliegende Messgröße, aber aufgrund eines hohen Referenzwerts nicht sonderlich effektiv. Andere Schadensindikatoren, wie z.B. die Änderung der Modaleigenschaften, können zwar die Präsenz eines Schadens detektieren, aber scheitern meist an der Lokalisierung und Bewertung eines Schadens. Auf der Basis von umfangreichen strukturellen Analysen können jedoch geeignete Schadensindikatoren untersucht und hinsichtlich ihrer Sensitivität optimiert werden. Ein erfolgreiches SHM baut somit auf ein gutes Zusammenwirken vieler unterschiedlicher Fachdisziplinen auf. An der RWTH Aachen University haben sich daher eine Vielzahl von Instituten aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammengeschlossen, um einen interdisziplinären Ansatz zur Zustandsüberwachung zu verfolgen. Als erster Demonstrator des neuen Konsortiums wird eine geflochtene Welle aus faserverstärktem Kunststoff (FVK) entwickelt. Mehrere faseroptische Sensoren werden zur Schadensüberwachung bereits während des Flechtprozesses in das Bauteil eingebracht. Die Sensorik ist somit gegen äußere Einflüsse und Schädigungen geschützt. Die Validierung des Überwachungskonzepts erfolgt nach einer Schlagschädigung an einem Torsionsprüfstand.

Sprecher/Referent:
Andreas Preisler
RWTH Aachen University
Weitere Autoren/Referenten:
  • Prof. Dr. Kai-Uwe Schröder
    RWTH Aachen University